Pressestimmen
Ein verrückt-menschlicher Edelstein (30 Jahre Zither-Manä)
Mit einem kleinen Satz, frisch und voller Vorfreude, springt er auf die Bühne - ganz wie ein Junger.
Dabei ist er bereits seit dreißig Jahren im Geschäft: Zither-Manä (eigentlich: Manfred Zick),
der im Gasthof Negele bei Miesbach 1980 den „Zither-Rock“ erfand - und damit so etwas wie die
„neue“, weniger kommerziell als kritische „Volksmusik“ in Bayern erst möglich machte.
Am vergangenen Freitag war er zum ersten Mal überhaupt im Passauer Scharfrichterhaus zu Gast.
Er braucht keine lauten Töne, um mit bleckender Ironie und fehlerlos vorgetragenen
Dialektspezialitäten über bayerische Eigenheiten wie dicke, geschwollenen Schädel sein
Publikum zu erreichen. Er wirkt im wahrsten Sinne des Wortes „hintersinnig“.
Natürlich dominieren in seinem Programm, das die „Musik der Schwarzen der amerikanischen
Südstaaten mit der Musik der schwarzen, deutschen Südstaaten“ verbindet, die Rückblicke.
Richtig nostalgisch wird es nie - dafür ist er zu sehr auf der Höhe der Zeit. Etwa, wenn er ein
Lied aus dem Spanischen Bürgerkrieg auf die Situation im heutigen Iran ummünzt, eine elektrische
Zither benutzt oder über sein „Myspace“-Profil redet. Das beliebteste Lied darauf, Pink Floyds
episches „Shine On You Crazy Diamond“, gelingt auch live ausgezeichnet.
Beim „Zither-Rock“ steigt er nach wie vor, wenn auch schon etwas steif, auf den Stuhl - so lange
das noch geht, ist ihm zufolge kein Karriere-Ende abzusehen. Und dabei wünscht man diesem
verrückt-menschlichen Edelstein, dass sein Humor noch lange funkeln möge.
Passauer Neue Presse, Oktober, 25. Oktober 2010
Der bayerische Rock 'n' Roller (Jubiläumsprogramm 30 Jahre Zither-Manä)
Zither-Manä begeistert das Publikum in der Seidl-Mühle in Ismaning
Als Zither-Manä hat Manfred Zick längst Kultstatus erreicht.
Der Zither-Manä wird in seiner Funktion als längst Kult gewordener Musiker heuer 30 Jahre alt,
aber Manfred Zick aus Häuserdörfl im Voralpenland ist schon längst unsterblich geworden.
Seine Kunst, mit dem gerade bei jungen Menschen angestaubt wirkenden Instrument ganze
Rockbands niederzupowern, wird wohl in 100 Jahren keinen Nachahmer finden.
Am Sonntag zum Jubiläumskonzert in der Ismaninger Seidl-Mühle saß Zither-Manä vor einem
ungeschmückten Tisch. Darauf stand die Zither, die im Laufe des Konzertes zum Zauberinstrument
wurde. Das reicht dem Urbayern mit dem grauen Vollbart, um ganze Bands und Orchester in den
Schatten zu stellen. Im Laufe des Konzertes gab es kaum eine Musikrichtung, die nicht in
Manfred Zicks Liedern vorkommt - und bei denen er englische Hits ins Bairische übersetzt.
Das Repertoire reicht von Countrysongs des späten Johnny Cash bis zum Boogie-Woogie,
wobei ihn Letzteres immer wieder amüsiert: „Der Boogie gilt ja als unspielbar auf der
Zither und ich habe ihn noch nie fehlerfrei geschafft. Aber ich spiele ihn trotzdem,
und vielleicht finden sie ja den Fehler."
Mit einem solchen Selbstbewusstsein kann nur jemand auftrumpfen, der etwas kann.
Der bayerische Rock'n'RolIer mit dem eigentlich so ruhigen Instrument hat es auch in
Ismaning geschafft, das Publikum in wenigen Minuten zu begeistern. Am Anfang klatschte
ein einsamer Zuschauer in der letzten Reihe, doch schon bald breitete sich eine Welle
über den Saal aus, bis wenige Minuten später jeder schnippte oder klatschte. Der Zither-Manä
ist ein Phänomen. Und in Ismaning hatte er ein besonders breites Grinsen drauf:
„Am 6. Januar 1987 wollte ich bei einem fürchterlichen Schneesturm meinen Auftritt
schon absagen, als die Veranstalter sagten: Bei dir kommen die Leute. Über 170 waren
da und ich wusste: Irgendwann spielst du auch einmal in der Volkshochschule."
Passend zur Volkshochschule nutzt der Zither-Manä aber auch seinen Kultstatus,
um eine politische Aussage zu machen. Im Vorgang der dramatischen Kriegsballade
Waltzing Matilda" sprach er von „diesem Wahnsinn jetzt in Afghanistan" und stieß eine
Meinung aus, die jede Seele erreicht. Auch als Mensch, der seine Meinung sagt, ist dieser
Künstler etwas ganz besonderes.
Münchner Merkur, 01. Februar 2010