Der Hasenmord
Text und Musik: Manfred Zick
© Ziro-Verlag
Übersetzung: Ruth Schütrumpf
Ich sitze gerade bei der Brotzeit,
da höre ich ein Gejaule,
ich gehe zu der Tür,
mein Hund trägt was im Maul.
Im Licht sehe ich es genauer,
was bringt der denn hierher?
Den Hasen meines Nachbarn
mausetot so ein Malheur.
Wenn der das merkt,
dass mein Hund der Mörder ist,
dann bring er ihn sofort um,
das weiß ich jetzt schon gewiss.
In meiner großen Not,
da packe ich den toten Hasen,
und gehe mit ihm ins Bad hinaus,
und bade ihn erst einmal.
Das Blut wird weg gewaschen,
das Fell glatt gefönt,
die verletzten, offenen Stellen,
die werden braun getönt.
Das Gesicht wird wieder zusammen geflickt,
der ganze Hase wird hergerichtet,
jetzt sieht er wie frisch gestorben aus,
so friedlich ist sein Gesicht.
Bis Mitternacht, da warte ich, Am nächsten Tag, ganz früh noch,
ganz dunkel muss es erst sein, läutet mich mein Nachbar raus,
beim Nachbarn ist kein Licht mehr, mir fährt der Schreck in die Glieder,
ich schleich mich lautlos hinein. ganz langsam geh ich hinaus.
Ganz leise mache ich den Stall auf, Ich frag ihn leise: was ist denn
den Hasen hineingesetzt, In aller Herrgotts-Früh?
vor Angst mach ich in die Hose, Sein Gesicht ist fahl und käseweiß,
ich werde fast verrückt. und ich spüre, wie ich friere.
Die Türe zu, hinaus geschlichen, Dann sagt er: Ich verstehe nicht,
kein Mensch hat mich entdeckt. vorgestern erst vergraben,
Ganz blass geh ich ins Bett, und heute sitzt er im Stall,
mein Waldi ist jetzt gerettet. mein Hase ist zweimal gestorben!